Die Weinlese 2024 war zweifellos eine Herausforderung und zugleich eine Chance für Clos Pons, eines der renommiertesten Weingüter Kataloniens. In einem kürzlich geführten Interview teilten die Önologen von Clos Pons, Daniel Deliberto und Martí Magriñá, ihre Eindrücke zur Ernte, zu den Auswirkungen des Klimawandels und zu den Innovationen mit, die sie umgesetzt haben, um die beste Qualität ihrer Weine zu gewährleisten. Die diesjährige Weinlese, die von strategischen Entscheidungen und einzigartigen klimatischen Faktoren geprägt war, verspricht großartige Ergebnisse für die Weine von Clos Pons.
Eine kürzere und gestaffelte Lese
„Die Lese war dieses Jahr kürzer“, erklärt Deliberto. Diese Entscheidung war kein Zufall. Das Weingut entschied sich für eine strenge Klassifizierung seiner Weine und teilte die Parzellen entsprechend ihrem Ertrag ein. „Wir haben die Parzellen in solche mit höherem Ertrag und solche mit geringerem Ertrag unterteilt, wodurch wir den Prozess optimieren konnten“, erklärte der Önologieleiter von Clos Pons.
Auch die Weinlese wurde durch die Wetterbedingungen beeinflusst. „Dieses Jahr war im Vergleich zu anderen Jahren weniger warm. Dadurch verlief die Lese gestaffelter und war zeitlich nicht so konzentriert wie in anderen Jahren“, fügt Martí Magriñá hinzu. Dieser gemächlichere Ablauf ermöglichte es Clos Pons, die Trauben effizienter und in aller Ruhe zu verarbeiten und so eine präzisere Kontrolle über die Qualität der Trauben zu erlangen.
Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Weinbau
Eine der großen Herausforderungen, denen sich die Weingüter derzeit stellen müssen, ist der Klimawandel, und Clos Pons bildet da keine Ausnahme. „Der Klimawandel ist die große Herausforderung der letzten Jahre“, betont Deliberto. Die Auswirkungen dieses Phänomens zeigen sich in Trauben mit geringerem Säuregehalt und höherem Alkoholgehalt, was die Önologen dazu zwingt, ihre Produktionsstrategien anzupassen.
Eine der Maßnahmen von Clos Pons war die Umsetzung eines strengen Bewässerungsplans während des gesamten Vegetationszyklus. „Die Bewässerung war ein entscheidendes Mittel, um den Auswirkungen des Klimas entgegenzuwirken. Nicht nur die Menge, sondern auch der Rhythmus der Bewässerung ermöglichen es uns, die Reifung der Trauben zu steuern und die Auswirkungen des Klimawandels auszugleichen“, erklärt Magriñá.
Weine mit großer Konzentration und Eleganz
Trotz der klimabedingten Schwierigkeiten blicken die Winzer von Clos Pons optimistisch auf die Qualität der diesjährigen Weine. „Die Erwartungen sind sehr hoch. Wir erwarten Weine mit großer Konzentration und hervorragender Frucht, die elegant und tiefgründig sind“, erklärt Deliberto.
Clos Pons hat große Anstrengungen unternommen, um jeden seiner Weinberge individuell zu klassifizieren und zu behandeln, mit dem Ziel, das maximale Potenzial jeder Parzelle auszuschöpfen. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die höchste Qualität aus unseren als ‚Top‘ eingestuften Weinbergen herauszuholen, und wir glauben, dass uns dies gelungen ist“, erklärt Deliberto.
Nachhaltigkeit bei jedem Schritt
Clos Pons hat einen Großteil seiner Arbeit auch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die Produkte sind als biologisch zertifiziert, was das Engagement des Weinguts für die Umwelt unterstreicht. Doch ihr Nachhaltigkeitsansatz geht über die Etiketten hinaus. „Wir bewässern nach dem Defizitprinzip, das heißt, wir verwenden nur die Mindestmenge an Wasser, die erforderlich ist, um die Reben in einem optimalen Zustand zu halten“, erklärt Deliberto.
Auch im Weingut hat Nachhaltigkeit oberste Priorität. Die Nähe der Weinberge zu den Anlagen ermöglicht es, den Kraftstoff- und Energieverbrauch beim Transport der Trauben auf ein Minimum zu reduzieren. Zudem wird ein Großteil der Lese nachts durchgeführt, um eine drastische Abkühlung der weißen Trauben zu vermeiden, was dazu beiträgt, den Energieverbrauch beim Kühlprozess zu senken.
«„Dieser September war kühl, sodass wir fast die gesamte Ernte der roten Trauben nicht kühlen mussten, und bei den weißen Trauben haben wir die Temperatur nur um einige Grad gesenkt. Dies hat unseren CO₂-Fußabdruck während der Lese deutlich verringert“, fügt Magriñá hinzu.
Eine vielversprechende Ernte
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Weinlese 2024 bei Clos Pons eine Kombination aus klimatischer Anpassung, technischer Innovation und Nachhaltigkeit war. Dank der Arbeit der Önologieabteilung von Clos Pons, ist es dem Weingut gelungen, die Herausforderungen dieses Jahres in eine Chance zu verwandeln, Weine zu kreieren, die nach Ansicht der Önologen elegant, konzentriert und von hoher Qualität sein werden.
Mit seinem bewussten Fokus auf Nachhaltigkeit und Qualität positioniert sich Clos Pons erneut als Vorreiter bei der Herstellung von Bio- und Spitzenweinen in der Region Katalonien, und alles deutet darauf hin, dass die diesjährige Weinlese einen neuen Meilenstein in seiner ohnehin schon herausragenden Geschichte setzen wird.